Zwischenstand der Kommunalen Wärmeplanung im Amt Neuzelle

Meldung aus Amt Neuzelle
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Das Amt Neuzelle arbeitet gemeinsam mit seinen Gemeinden intensiv an der kommunalen Wärmeplanung (KWP). Ziel ist es, eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung aufzubauen, die langfristig ohne fossile Energien auskommt. Die KWP dient dabei als strategisches Planungsinstrument: Sie analysiert die aktuelle Versorgung, zeigt Entwicklungsmöglichkeiten auf und gibt Empfehlungen für die Zukunft - ohne unmittelbar rechtlich bindend zu sein.

 

Warum wird die Wärmeplanung durchgeführt?
Auch im Bereich Wärme ist eine Energiewende dringend erforderlich, da die Versorgung aktuell noch stark auf fossilen Energien wie Erdgas basiert. Um die Klimaziele auf nationaler und kommunaler Ebene zu erreichen, müssen erneuerbare Energien stärker genutzt und die Energieeffizienz verbessert werden. Die kommunale Wärmeplanung liefert hierfür eine belastbare Entscheidungsgrundlage und steht zugleich im Kontext bestehender und geplanter gesetzlicher Rahmenbedingungen wie dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie dem Eckpunktepapier zum Gebäudemodernisierungsgesetz, die Anforderungen und Anreize für die energetische Weiterentwicklung des Gebäudebestands setzen.

Welche Ergebnisse liegen bisher vor? 
Inzwischen liegen die Ergebnisse aus der Bestands- und Potenzialanalyse vor. Insgesamt wurden rund 2.800 Wohngebäude betrachtet. Der durchschnittliche jährliche Wärmebedarf beträgt etwa 10.400 kWh pro Person. Die Versorgung erfolgt derzeit überwiegend über Erdgas. Etwa 11 % der geeigneten Dachflächen werden bereits für Photovoltaik genutzt – ein solider Ausgangspunkt, der jedoch noch Ausbaupotenzial bietet. Darüber hinaus verfügt das Amtsgebiet über große Waldbestände, die ein relevantes Potenzial zur Bereitstellung von Biomasse bieten. Der Bedarf an Scheitholz für Kaminöfen im Amtsgebiet kann vollständig aus regionalen Ressourcen gedeckt werden. Ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Wald ist jedoch geboten.

Die Auswertung zeigt, dass ein flächendeckender Ausbau von Nahwärmenetzen aufgrund der überwiegend ländlichen Siedlungsstruktur nur begrenzt, sinnvoll ist. Auch zentrale Wärmequellen wie Gewässer, Kläranlagen oder industrielle Abwärme stehen nicht zu den benötigten Rahmenbedingungen zur Verfügung. Ein realistischer Transformationspfad hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung liegt daher vor allem in der energetischen Sanierung des Gebäudebestands, im weiteren Ausbau dezentraler Photovoltaikanlagen sowie im gezielten Aufbau von lokalen Nahwärmenetzen an geeigneten Standorten mit Großverbrauchern.

 

Weiteres Vorgehen
Im nächsten Planungsschritt werden unter anderem folgende Maßnahmen vertieft:

  • Entwicklung eines lokalen Nahwärmenetzes im Bereich Klosterteich, unter Einbindung zentraler Einrichtungen wie des Freien Gymnasiums, des Klosters sowie der St. Florian-Stiftung

  • Ferner werden begleitenden Maßnahmen zu einer Ausbauoffensive von Dach PV-Anlagen zur Wärmeversorgung über dezentrale Wärmepumpen und zu energetischen Sanierungen mit Maßnahmen mit hohem Nutzen bei geringem Aufwand priorisiert.