Lieblingsplätze im Amt Neuzelle: Der Dorfteich Ossendorf
Meldung aus Amt NeuzelleIn der Reihe „Lieblingsplätze im Amt Neuzelle“ stellt diesmal der Ortsbeirat Ossendorf seinen persönlichen Lieblingsplatz vor. Ortsvorsteherin Ina Krüger sowie die Ortsbeiratsmitglieder Henrik Schulz und Solveig Zinke trafen sich im Vorfeld der Ortsbeiratssitzung am 16.06.2026 an ihrem persönlichen Lieblingsort. Spontan kam auch Ortswehrführer Torsten Furchner von der Freiwilligen Feuerwehr dazu und bereicherte die Runde mit seinen Erinnerungen an diesen Ort, der für viele Ossendorfer weit mehr als nur ein Feuerlöschteich ist.
Das Angerdorf Ossendorf ist mit 126 m ü. NN die höchstgelegene Ortschaft im Amt Neuzelle. Wer den Ort besucht, spürt schnell die besondere Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Für die Mitglieder des Ortsbeirates steht dabei nicht ein einzelnes Gebäude oder eine Sehenswürdigkeit im Mittelpunkt, sondern ein Ort, an dem sich viele persönliche Geschichten kreuzen – der Dorfteich im Herzen Ossendorfs.
„Hier ist mein Zuhause“, beschreibt Ortsvorsteherin Ina Krüger ihre Beziehung zu Ossendorf. Ein Satz, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Gespräch zieht.
Ein Ort voller Erinnerungen
Im Laufe des Gesprächs wurde deutlich, wie stark der Dorfteich mit persönlichen Erinnerungen an Kindheit, gemeinschaftliche Erlebnisse und das heutige Dorfleben verbunden ist.
Besonders lebhaft wurden die Erzählungen, als die Runde auf die Winter früherer Jahre zu sprechen kam. Wenn der Teich zugefroren war, wurde er zum Treffpunkt für Jung und Alt. „Als Kind sind wir hier im Winter immer mit unseren Schulranzen den Hang hinuntergerutscht“, erinnert sich Ina Krüger. Nicht immer blieb dabei jeder trocken – über die kleinen Missgeschicke von damals wird heute jedoch nur noch geschmunzelt.
Auch Henrik Schulz und Torsten Furchner erinnern sich gern an die Winter auf dem zugefrorenen Teich. Dann wurde Eishockey gespielt, Schlittschuh gelaufen und viele Stunden gemeinsam verbracht. Besonders im Gedächtnis geblieben sind dabei Aktionen, die heute mit Abstand kritisch betrachtet werden, damals jedoch selbstverständlich waren – etwa das Freiräumen der Eisfläche mit dem Rasentraktor oder das Sitzen mit einer Feuerschale direkt auf dem Eis. Gerade diese besonderen, gewagten Momente sind es, die bis heute für Gesprächsstoff sorgen und die Erinnerungen prägen.
Feste und Gemeinschaft
Über die Jahre wurde der Teich immer wieder zum Mittelpunkt vielfältiger Aktivitäten. Besonders bei Dorffesten wurde der Bereich rund um das Wasser kreativ genutzt. Ein Höhepunkt war eine Aktion mit Wasserbällen auf dem Teich zum 575-jährigen Ortsjubiläum im vergangenen Jahr, bei der Besucherinnen und Besucher spielerisch über das Wasser „laufen“ konnten.
Auch kleinere Veranstaltungen, Arbeitseinsätze und spontane Treffen bei Spaziergängen finden hier regelmäßig statt. Der Dorfteich ist damit ein lebendiger Treffpunkt des Dorflebens. Direkt daneben befindet sich die Feuerwehr, die für viele Veranstaltungen und Arbeitseinsätze eine wichtige Rolle spielt.
Immer wieder wurde im Gespräch deutlich, dass der Zusammenhalt den Ortsbeiratsmitgliedern besonders wichtig ist. Viele Aktivitäten werden ehrenamtlich organisiert – vom Frühjahrsputz bis zu Festen und gemeinsamen Aktionen.
„Der Zusammenhalt“, antwortet Henrik Schulz daher ohne zu zögern auf die Frage, was Ossendorf für ihn besonders macht. Gerade in kleinen Orten sei es wichtig, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich für das Dorf engagieren. Im engeren Kreis funktioniere dies bereits sehr gut - für die gesamte Dorfgemeinschaft gebe es jedoch noch Potenzial, ihn weiter zu stärken und auszubauen.
Wünsche für die Zukunft
Neben den Erinnerungen richtete sich der Blick auch nach vorn. Ein wichtiges Anliegen des Ortsbeirates ist die Instandsetzung der Straße zwischen Bahro und Neuzelle. Die Verbindung ist für Einwohner, Besucher und Radfahrer gleichermaßen wichtig.
Darüber hinaus wünschen sich die Beteiligten, dass kleinere Orte wie Ossendorf bei Projekten und Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. Manchmal entstehe der Eindruck, dass kleine Ortschaften gegenüber größeren Orten weniger wahrgenommen werden.
Der größte Wunsch für die Zukunft ist jedoch, dass die Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. „Dass alle mitmachen“, formuliert die Runde ihren Wunsch für die kommenden Jahre.
„Heimat. Mein Zuhause.“
Im Gespräch wurde deutlich, dass der Lieblingsplatz letztlich weit mehr als ein konkreter Ort ist – er verkörpert das Gefühl, angekommen zu sein und sich zu Hause zu fühlen.
Der Dorfteich in Ossendorf steht dabei sinnbildlich für gelebte Erinnerungen, kleine Abenteuer und gemeinsame Erlebnisse, die sich tief einprägen und lange nachwirken. Auch wenn der Dorfteich auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, macht gerade seine Alltäglichkeit ihn besonders: Hier entstehen Geschichten, die verbinden und im Rückblick an Heimat erinnern.
Zusammenfassend beschreiben Ina Krüger, Henrik Schulz und Solveig Zinke Ossendorf und ihren Lieblingsplatz mit den wenigen, aber treffenden Worten: Heimat. Mein Zuhause.
Oder wie es zwischen den Zeilen deutlich wird: Heimat entsteht oft genau dort, wo man früher einmal mit kalten Füßen vom Eis nach Hause gelaufen ist.