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Coschens Dorfanger: Lieblingsplatz für Begegnungen und geselliges Beisammensein

Meldung aus Amt Neuzelle
Ortsvorsteherin Birgit Radt an ihrem Lieblingsplatz - dem Dorfanger in Coschen, (c) Amt Neuzelle / C. Milde (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Ortsvorsteherin Birgit Radt an ihrem Lieblingsplatz - dem Dorfanger in Coschen, (c) Amt Neuzelle / C. Milde

Von Zeit zu Zeit stellen unsere Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher ihre ganz persönlichen Lieblingsorte im Amt Neuzelle vor. Dabei geben sie spannende Einblicke in die Vielfalt, den Charme und die besonderen Seiten unserer Gemeinden.

Am 05.03.2026 stand Coschen im Mittelpunkt.

 

 Kriegerdenkmal auf dem Anger in Coschen 

Im historischen Kern von Coschen liegt der Fokus auf dem Ort, an dem das Dorf seinen Anfang nahm. Bis heute schlägt hier das Herz der Gemeinschaft: auf dem zentralen Dorfplatz, dem Anger.

 

Das ist der zentrale Dorfplatz. Und das ist eigentlich auch das Urdorf hier unten“, beschreibt die Ortsvorsteherin, Birgit Radt, ihren Lieblingsort. Geboren 1973 in Eisenhüttenstadt, zog es sie nach einem kurzen Zwischenstopp in Guben wieder zurück in die Heimat. Ihre Verbundenheit mit Coschen ist spürbar – besonders, wenn Birgit Radt vom Anger erzählt.

 

Treffpunkt für alle Generationen

Die zentrale Lage macht den Platz zu einem lebendigen Mittelpunkt. Hier befinden sich die Feuerwehr, die ehemalige Schule, das Kriegerdenkmal und ein Kinderspielplatz. „Die Wiese in der Mitte wird genutzt – für Dorffeste und Übungen der Feuerwehr“, heißt es im Gespräch.

Ob Maibaumstellen, Weihnachtsbaumfest oder Fastnacht – der Dorfanger ist Schauplatz zahlreicher Traditionen. „Mit der Fastnacht ziehen wir einmal beim Tanz mit der Kapelle um den Anger“, erzählt die Ortsvorsteherin. Auch Arbeitseinsätze im Herbst gehören dazu: „Wenigstens einmal im Herbst machen wir ja meistens einen Arbeitseinsatz hier am Anger – auch eine schöne Tradition.“

Im vergangenen Jahr organisierten engagierte Anwohner sogar einen kleinen Weihnachtsmarkt. Und für dieses Jahr ist bereits Neues geplant: Eine Büchertelefonzelle soll aufgestellt werden – als offenes Angebot für Einwohner und Gäste.

 

Erinnerungen, die verbinden

Besonders lebendig ist die Erinnerung an die 600-Jahr-Feier des Ortes. „Die 600-Jahre-Feier ist noch bei allen Coschenern sehr gut im Gedächtnis und zaubert, glaube ich, immer wieder ein Lächeln hervor – das war ein sehr gelungenes Fest.“

Der Platz erzählt aber auch von früheren Zeiten: von der alten Gaststätte, von Fastnachtsfeiern und sogar von Filmvorführungen. „Meine Mutter erzählt immer davon, dass der Filmvorführer über die Dörfer gezogen ist – das war für sie damals ein Highlight, als noch nicht alle einen Fernseher hatten.“

Viele Häuser rund um den Anger sind seit Generationen in Familienbesitz. Nach dem Krieg fanden hier zudem Flüchtlinge eine neue Heimat. Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Platz verbunden – ebenso wie das sogenannte Carl-Gander-Haus, dessen Bedeutung im Ort bis heute gewürdigt wird.

 

Ein Ort mit Zukunft

Was macht diesen Platz so wichtig? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Weil hier Jung und Alt zusammentrifft, weil man sich hier Geschichten erzählen kann.“ Der Dorfanger ist Begegnungsort, Erinnerungsraum und Zukunftswerkstatt zugleich.

Für die kommenden Jahre wünscht man sich vor allem eines: mehr Verkehrsberuhigung im Ort, um die Sicherheit und Aufenthaltsqualität weiter zu erhöhen. Doch das Wichtigste bleibt der Erhalt dieses besonderen Ortes.

 

Gefragt nach drei Worten für ihren Lieblingsort in Coschen, lautet die Antwort:
Zusammenhalt. Tradition. Viel Gemeinschaft.

 

Ein Lieblingsplatz, der zeigt, wie lebendig Dorfgeschichte sein kann – damals wie heute.


  Anger in Coschen